Gemeinsamer Unterricht – Integrative Lerngruppe
In Anbetracht einer multikulturellen Gesellschaft, in der Menschen unterschiedlicher Herkunft, kulturellen Hintergrunds, Weltanschauung und Glaubens friedlich zusammen leben ist „Anders sein“ die Norm. So sollte der gemeinsame Unterricht aller Schüler, auch der mit Beeinträchtigung in ihrer Lern- und Leistungsfähigkeit, eine Selbstverständlichkeit sein.
Nur wenn der Umgang mit den unterschiedlichsten Menschen in Schule und Gemeinschaft gelebt wird und nicht nur Lippenbekenntnis bleibt, wachsen kooperationsfähige und tolerante Mitglieder unserer Gesellschaft heran.
Diesem Ziel verpflichtet sich der „Gemeinsame Unterricht“. Durch eine teamorientierte Unterrichtsplanung- und Gestaltung im Dialog zwischen Fachlehrern und Sonderpädagogen und die daraus resultierende Methodenvielfalt, soll jedem Schüler, unabhängig von seiner intellektuellen Leistungsfähigkeit, die Möglichkeit der optimalen Förderung gegeben werden.
In einem kooperativen Miteinander wird jeder Schüler in seiner Einzigartigkeit ins Unterrichtsgeschehen einbezogen um in einer Atmosphäre der gegenseitigen Akzeptanz und Achtung zu lernen und zu arbeiten.
Im August 1997 als Schulversuch gestartet, hat sich der „Gemeinsame Unterricht“ fest etabliert, sodass nun Schüler mit und ohne Förderbedarf gemeinsam in integrativen Lerngruppen lernen und ihren Schulalltag leben.
In einer von sechs Parallelklassen werden 6 Schüler mit Förderbedarf und 18 Regelschüler gemeinsam in integrativen Lerngruppen unterrichtet. Während alle Förderschüler bereits in der Grundschule Erfahrung im gemeinsamen Unterricht sammeln konnten, ist für manchen Regelschüler diese Erfahrung neu. Schnell leben sich jedoch alle Schüler ein, lernen miteinander umzugehen und sich gegenseitig zu achten.
Die Leitung einer Integrationsklasse üben ein Regellehrer und ein Sonderpädagoge gemeinsam aus. Während der meisten Unterrichtsstunden unterrichten ein Regellehrer und ein Sonderpädagoge oder auch zwei Regellehrer in „Doppelbesetzung“. Die Arbeit an Stationen, Projekten und in Gruppen ermöglicht es, jedem Förderschüler seinen Fähigkeiten entsprechende Aufgaben zu übertragen.
Integrationshelfer- und helferinnen unterstützen die Lernenden und Lehrenden. Sie bieten Hilfe beim Lesen und Schreiben, in der Mensa und beim Schulweg. Einige Schüler erreichen die Schule mit dem Bus der „Freizeitgemeinschaft für Behinderte und Nichtbehinderte e.V.“