Die Paul-Getty-Museum Challenge im DuG-Kurs des 7. Jahrgangs

Nachdem der erste Schock über eine unwirklich erscheinende, mehr oder weniger absurde Alltags- und Lebenssituation einigermaßen überwunden war, dachte ich darüber nach, wie ich digitalen Unterricht in meinen Fächern gestalten könnte. Die Fächer Musik und „Darstellen und Gestalten“ leben von der direkten Begegnung, vom gemeinsamen Tun, von den Ideen Einzelner und von Kleingruppen, die ihren Ausdruck in Gruppenaktionen, Szenen, Kompositionen, Improvisationen und Performances im Ensemble finden. Wie kann unter diesen Bedingungen digitaler Unterricht in meinen Fächern sinnvoll gestaltet werden? Macht das überhaupt Sinn?


Wenn man es gewohnt ist, immer zusammen im direkten Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern zu arbeiten und daraus kreative Lernumgebungen zu schaffen versucht, ist ein Kontaktverbot eine Art Super Gau, all die so wohlüberlegten Konzepte, die ich mir als Lehrer erarbeitet hatte, funktionieren nicht mehr: kein gemeinsames Musizieren, kein gemeinsames Entwickeln von Szenen, keine eigenen Filme, Songs, nichts mehr: eine mehr als frustrierende Situation.


Trotzdem wollte ich mich nicht damit zufriedengeben, wie das in anderen Fächern sinnvoll und notwendig ist, nämlich hauptsächlich schriftliche Aufgaben zu erteilen, Arbeitsblätter zu verschicken oder einen Kurs für das Notenlesen zu entwerfen. Also begann ich, zu recherchieren: Wie ging die Kulturszene mit den Limitierungen um, die durch eine Pandemie zwangsläufig entstanden sind? Ziemlich schnell stieß ich auf eine Art Wettbewerb, eine „Challenge“, die vom Paul-Getty-Museum in Los Angeles initiiert wurde: Menschen bilden Gemälde nach, hauptsächlich die von alten Meistern; eine wundervolle Idee, wie ich fand. Man kann immer noch auf der Webseite Beispiele sehen, wie kreativ diese Gemälde nachgeahmt und in vielen Fällen auch sehr eigenwillig interpretiert werden. Das wäre doch eine wunderbare Idee auch für DUG. Ich nahm zu einigen Kollegen aus anderen Schulen Kontakt auf, die in einer ähnlichen Situation wie ich waren und schnell wurde eine Aufgabe entwickelt, die ich für meine Schülerinnen und Schüler des 7. Jahrgangs im Fach „Darstellen und Gestalten“ anpasste: Gemälde alter Meister mit lebenden Personen imitieren und davon Fotos anfertigen, in unserem Fall mit Mädchen und Jungs aus dem DUG-Kurs.


Nach den ersten Ergebnissen war ich sprachlos, wie einfallsreich, kreativ und offensichtlich hochmotiviert alle aus dem Kurs vorgegangen sind. Die große Überraschung darüber, wie vielfältig und nahezu professionell die Imitationen ausfielen, wich einem großen Stolz auf „meinen“ DUG-Kurs. Ihr seid SUPER!! Aber sehen Sie/seht selbst….

Jörg Kaufmann